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Die Geschichte der Löschgruppe Hücker-Aschen
Bis Ende des vorigen Jahrhunderts bestanden im
Amt Spenge zwei Spritzenverbände. Der eine Verband umfasste die drei Gemeinden
Spenge, Lenzinghausen und Hücker-Aschen, zum anderen Verband gehörten die
Gemeinden Bardüttingdorf und Wallenbrück.
Jeder Verband verfügte über
eine Saugspritze; im übrigen waren Wassereimer und Kübelspritzen die ersten
Löschgeräte. Die Bedienung dieser Saugspritze und den Dienst als Feuerwehrmann
leisteten die in der Gemeinde dazu bestimmten Männer. Es war eine so genannte
„Pflichtfeuerwehr“. Überall im deutschen Lande bestand nun das Bestreben zur
Bildung einer freiwilligen Feuerwehr in jeder Gemeinde. Es war hauptsächlich in
Süddeutschland, wo die ersten Feuerwehren bereits im Jahre 1841 gegründet
wurden.
Im Amt Spenge war es der damalige Amtmann Heidelbach, der die Bestrebungen zur Gründung von freiwilligen
Feuerwehren in jeder Gemeinde förderte. Es gelang ihm am 13.05.1885 die erste
freiwillige Feuerwehr in Spenge amtlich zu begründen. In Hücker-Aschen wurde zu
dieser Zeit zunächst die besagte „Pflichtfeuerwehr“ gebildet.
Der Bauer Wilhelm Niederhaus, No. 19, war mit der Leitung und Führung dieser Wehr betraut. Bei dem damaligen
Gemeindevorsteher Waldmann, No. 2, war die Druckspritze mit 12 Ledereimern,
sowie bei drei weiteren Bauern je ein Wasserbehälter, die auf Schlitten gestellt
waren, untergebracht. Im Falle eines Brandes wurde mit diesen Behältern das
Wasser herangeschafft und in die Druckspritze gefüllt. Eine Saugvorrichtung war
bei diesen sich am Ort befindlichen Spritzen noch nicht vorhanden. Die
Ledereimer dienten nicht allein zum Füllen der Druckspritze, sondern bei
nahe gelegenen Gewässern wurde eine Kette gebildet und so das Löschwasser von
Mann zu Mann zum Brandherd gereicht.
Alle diese Einrichtungen erwiesen sich jedoch für eine wirkliche Brandbekämpfung als unzureichend. Im
Jahre 1898 wurde dann auch in Hücker-Aschen eine freiwillige Feuerwehr
gegründet. Zur Gründungsversammlung erschienen 24 Mann, die die Satzung
unterschrieben und zur Genehmigung einreichten.
Der Vorstand sei hier noch einmal aufgeführt:
Brandmeister: |
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Heinrich Gorges |
Stellvertreter: |
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August Möllering |
Spritzenmeister: |
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Hermann Tiemann |
Steigerführer: |
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Heinrich Lammering |
Schriftführer: |
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Fritz Bollmann |
Kassierer: |
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Philipp Lammering |
Gerätewart: |
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Wilhelm Placke |
Beisitzer: |
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Kasper Schlömann |
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Hermann Redecker |
Auch bei dem einstigen Gemeindevorsteher Hermann Kindermann und dem Gemeindevertreter Fritz Hempelmann
fand die neu gegründete Wehr volle Unterstützung. Im März 1899
wurde der Wehr eine Handdruckspritze überreicht. Es wurde auch der Bau eines
Steigerturmes vorgenommen, der durch die Baumspenden der Bauern in kurzer Zeit
errichtet wurde.
Die Wehr nahm unter der Führung des Brandmeisters Heinrich Gorges und seines Stellvertreters Emil
Bohrenkämper einen steten Aufschwung. Kurz vor dem ersten Weltkrieg stellte die
Gemeinde der Wehr das neue Gerätehaus zur Verfügung. Damit fand auch die
Handdruckspritze ihre rechtmäßige Unterkunft.
Nach 35-jähriger Dienstzeit wurde Brandmeister Heinrich Gorges im Jahre 1932 durch den Brandmeister Heinrich
Spilker abgelöst. Im Jahre 1938 übernahm Brandmeister Wilhelm Bobe die Leitung
der Wehr, der auch Verfasser dieser Chronik bis zum Jahre 1932 ist.
Stellvertreter war August Rahe, der aber dann von dem Kameraden Willi Sander
abgelöst wurde. Bedingt durch den zweiten Weltkrieg, währenddessen ein großer
Teil der Kameraden zur Wehrpflicht herangezogen wurden und die nicht immer
ausreichenden Gerätschaften, gab es viele Höhen und Tiefen in der Arbeit der
Löschgruppe. Ein neues Gerät TS 8/8, das im Jahr 1947 der Löschgruppe mit einem
Anhänger zur Verfügung gestellt wurde, machte bald einen Erweiterungsbau des
Gerätehauses erforderlich. Da aber kein ziehendes Fahrzeug vorhanden war,
stellte der Kamerad Hermann Haubrock seinen Lastwagen zur Verfügung. Erst im
Jahr 1955 wurde ein 1,5 t. Zugwagen angeschafft, der gleichzeitig als
Mannschaftswagen diente.
Gesundheitliche Gründe und das Erreichen der Altersgrenze veranlassten den langjährigen Leiter der Löschgruppe,
Brandmeister Wilhelm Bobe, sein Amt in jüngere Hände zu legen. Kamerad Wilhelm
Held wurde als neuer Gemeindebrandmeister bestätigt.
In dieser Zeit bekam die Löschgruppe eine neue Pumpe TS 8/8.Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde 1964
bezugsfertig. Ein Jahr später bekam die Löschgruppe ein neues
Tragkraftspritzenfahrzeug.
Kamerad Wilhelm Held führte die Funktion als Gemeindebrandmeister bis zu seinem plötzlichen Tod aus. Die
Leitung der Wehr übernahm dann Brandmeister Klaus Sonntag von Januar 1968 bis
Mai 1971.
Die kommunale Neugliederung im Jahr 1969 hatte auch eine Neuorganisation der freiwilligen Feuerwehr zur Folge.
Aus dem Amtsverband der Freiwilligen Feuerwehren wurde die Freiwillige Feuerwehr
der Stadt Spenge, die sich unter der Leitung des Stadtbrandmeisters in die
Löschzüge Spenge und Lenzinghausen und die Löschgruppen Bardüttingdorf,
Wallenbrück und Hücker-Aschen gliederte.
Für die nächsten zwei Jahre leitete der stellvertretende Löschgruppenführer Unterbrandmeister Willi Sander
die Löschgruppe Hücker-Aschen, bis sich ein jüngerer Kamerad bereit fand, die
Feuerwehrschule Münster zu besuchen.
Im Januar 1973 wurde dem Oberbrandmeister Manfred Sonntag die Leitung der Löschgruppe übergeben. Sein
Stellvertreter war Unterbrandmeister Willi Sander. Unter ihrer Leitung ging die
Arbeit der Löschgruppe kontinuierlich voran, insbesondere was die Ausbildung und
technische Ausrüstung anbelangte.
Im Jahre 1989 übernahmen dann Oberbrandmeister Karl-Wilhelm Vogt und sein Stellvertreter Unterbrandmeister
Manfred Wenderoth die Leitung der Löschgruppe. Durch den immer größeren Einsatz
von Kunststoffen und anderen chemischen Produkten in allen Lebensbereichen und
die rasante Entwicklung des Straßenverkehrs veränderte sich die Aufgabenstellung
der Feuerwehren. War es zur Gründungszeit der Wehr das alles vernichtende
„Feuer“, das es in erster Linie zu bekämpfen galt, kommen heute die nicht
weniger tödlichen Gefahren der Umweltverschmutzung und des Straßenverkehrs
hinzu, bei denen es zu helfen gilt.
Die Löschgruppe Hücker-Aschen hat hier besonders in der Bekämpfung von Umweltschäden einen Schwerpunkt gesetzt
und dazu auch die notwendigen technischen und ausbildungsmäßigen Voraussetzungen
geschaffen.
1996 übernahm dann, bedingt durch Umzug in eine andere Stadt nur für ein Jahr, Unterbrandmeister Karsten
Schäfers mit seinem Stellvertreter Thorsten Wippermann die Leitung der
Löschgruppe. Unter deren tatkräftiger Leitung begann die Löschgruppe mit dem
Anbau eines dringend benötigten Geräteraumes. Dieser Anbau wurde ausschließlich
in Eigenhilfe erstellt und beim „Tag der offenen Tür“ am 15.06.1997 durch den
Bürgermeister der Stadt Spenge, Herrn Christian Manz, seiner Bestimmung
übergeben.
Ab dem 01.08.1997 leiteten Unterbrandmeister Rainer Wortmann und sein Stellvertreter Unterbrandmeister
Klaus-Peter Kämper die Löschgruppe.
Mit der Übergabe eines neuen
Löschgruppenfahrzeuges LF 8/6 und eines Gerätefahrzeuges Logistik am 13.06.1998
an die Löschgruppe Hücker-Aschen wurden die technischen Voraussetzungen dafür
geschaffen, dass auch im nächsten „Jahrhundert“ die Feuerwehr in allen Notfällen
schnell und effektiv Hilfe bringen kann.
Nach dem Rücktritt von
Unterbrandmeister Rainer Wortmann im Dezember 2001 leiten seit dem 12.1.2002
Oberbrandmeister Klaus-Peter Kämper und sein Stellvertreter Brandmeister
Thorsten Wippermann die Löschgruppe Hücker-Aschen.
Im Jahre 2008 gab es für die Löschgruppe Hücker-Aschen ein besonderes Fest. Zusammen mit dem Stadtfeuerwehrfest feierte die Löschgruppe ihr 110 jähriges bestehen.
Im Juli 2009 ist die Löschgruppenführung bestehend aus Klaus-Peter Kämper und seinem Stellvertreter Thorsten Wippermann zurückgetreten.
Ab Juli 2009 übernahmen dann Norman Gambietz und seine beiden Stellvertreter Christian Hartwig und Maik Schmithüsen die Löschgruppenführung.
Im Frühjahr 2010 haben wir mit den Vorbereitungen für den bevorstehenden Umbau begonnen.
Nach dem Rücktritt von Norman Gambietz im Juli 2010 übernahm Thorsten Wippermann zusammen mit seinem Stellvertreter Christian Hartwig die Löschgruppenführung der Löschgruppe Hücker-Aschen.
August 2010, der Bau der neuen Fahrzeughalle beginnt.
In einer so schnelllebigen und immer mehr von Technik beherrschten Zeit ist die Aus- und Weiterbildung unserer jungen Kameraden/-innen unsere dringlichste Aufgabe.
Die Löschgruppe Hücker-Aschen der Freiwilligen Feuerwehr Spenge verrichtet ihre Arbeit ehrenamtlich und hat damit über nunmehr 112 Jahre ihrer Geschichte in unserem Ortsteil gute Erfahrungen gemacht. Sie wird auch in Zukunft ihre Pflicht tun und allen Bürgerinnen und Bürgern, ohne Ansehen der Person, in Not und Gefahr zu Hilfe kommen.
Getreu ihrem Wahlspruch unter
dem sie auch in ihrem Gründerjahr angetreten ist:
»Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr«
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